Wissenschaftliche Arbeit „Alf“-Sonata

6.7 Michael Pelzel: „Alf“-Sonata (2019)
Michael Pelzels „Alf“-Sonata für Violine und Horn hat mit Shlomowitz‘ Glücklich, Glücklich, Freude, Freudegemeinsam, dass es ebenfalls auf eine TV-Serie bezogen ist, in diesem Fall die US-amerikanische Sitcom Alf. Zudem spielen auch hier Humor und der Umgang mit populärem Material eine tragende Rolle. Der Komponist selbst schreibt im Programmheft der Uraufführung, die 2019 bei den Donaueschinger Musiktagen stattgefunden hat, dass „[…] dieses miniaturopernhafte und cabaretmäßige Werk […] durchaus witzig, ironisch und abstrus sein soll“ (Pelzel, 2019: 26). Die zum Einsatz kommenden Humorstrategien ähneln dabei denen von Glücklich, Glücklich, Freude, Freude: Die Instrumentalpassagen werden mit Zuspielungen, u. a. der Titelmusik aus der TV-Serie, verwoben. Während bei Shlomowitz die notierte Musik selbst versucht, ein Gefühl komischer Überdrehtheit und ironisch-ausufernden Glücks zu erzeugen, nimmt Pelzel die Titelmusik der Serie und lässt sie im Kontrast zu den instrumentalen Passagen, die zwar ebenfalls solche Charakteristika aufgreifen, aber insgesamt doch in einer atonalen Ästhetik verhaftet bleiben, komischer und grotesker klingen, als sie für sich stehend möglicherweise wirken würde. Auch die instrumentalen Passagen selbst sind von einem klanglichen Humor geprägt, denn auch sie wirken stellenweise aufgrund schneller Läufe und Glissandi humoristisch-überdreht. Die „Alf“-Sonata verspricht also, sich ebenfalls für eine eingehendere Analyse im Kontext von Humor in der Neuen Musik des 21. Jahrhunderts anzubieten. Es sind bei erster Betrachtung allerdings ähnliche Humorstrategien zu erwarten wie im Fall des bereits analysierten Glücklich, Glücklich, Freude, Freude.


[Saskia Bladt – Neue Musik und Humor im 21. Jahrhundert, Masterarbeit, Folkwang Universität der Künste, Essen 2020, S. 69 ff. | https://icem-www.folkwang-uni.de/icem-web/wp-content/uploads/2021/02/Neue_Musik_und_Humor_im_21._Jahrhundert.pdf]

Wissenschaftliche Arbeit „Alf“-Sonata

6.7 Michael Pelzel: „Alf“-Sonata (2019)
Michael Pelzels „Alf“-Sonata für Violine und Horn hat mit Shlomowitz‘ Glücklich, Glücklich, Freude, Freudegemeinsam, dass es ebenfalls auf eine TV-Serie bezogen ist, in diesem Fall die US-amerikanische Sitcom Alf. Zudem spielen auch hier Humor und der Umgang mit populärem Material eine tragende Rolle. Der Komponist selbst schreibt im Programmheft der Uraufführung, die 2019 bei den Donaueschinger Musiktagen stattgefunden hat, dass „[…] dieses miniaturopernhafte und cabaretmäßige Werk […] durchaus witzig, ironisch und abstrus sein soll“ (Pelzel, 2019: 26). Die zum Einsatz kommenden Humorstrategien ähneln dabei denen von Glücklich, Glücklich, Freude, Freude: Die Instrumentalpassagen werden mit Zuspielungen, u. a. der Titelmusik aus der TV-Serie, verwoben. Während bei Shlomowitz die notierte Musik selbst versucht, ein Gefühl komischer Überdrehtheit und ironisch-ausufernden Glücks zu erzeugen, nimmt Pelzel die Titelmusik der Serie und lässt sie im Kontrast zu den instrumentalen Passagen, die zwar ebenfalls solche Charakteristika aufgreifen, aber insgesamt doch in einer atonalen Ästhetik verhaftet bleiben, komischer und grotesker klingen, als sie für sich stehend möglicherweise wirken würde. Auch die instrumentalen Passagen selbst sind von einem klanglichen Humor geprägt, denn auch sie wirken stellenweise aufgrund schneller Läufe und Glissandi humoristisch-überdreht. Die „Alf“-Sonata verspricht also, sich ebenfalls für eine eingehendere Analyse im Kontext von Humor in der Neuen Musik des 21. Jahrhunderts anzubieten. Es sind bei erster Betrachtung allerdings ähnliche Humorstrategien zu erwarten wie im Fall des bereits analysierten Glücklich, Glücklich, Freude, Freude.


[Saskia Bladt – Neue Musik und Humor im 21. Jahrhundert, Masterarbeit, Folkwang Universität der Künste, Essen 2020, S. 69 ff. | https://icem-www.folkwang-uni.de/icem-web/wp-content/uploads/2021/02/Neue_Musik_und_Humor_im_21._Jahrhundert.pdf]